Montag, 23. Februar 2009
Bye Bye Bayern
Ausstellungsabbau in Nürnberg
Das Ausräumen einer Ausstellung ist ein bißchen traurig, so wie der Auszug aus einer Wohnung, in der man sich wohl fühlte. Beim Einräumen ist man ganz begeistert, weil alles ganz neu und auch anders in neuen Räumen wirkt. Doch beim Ausräumen wird alles auseinander genommen. Plötzlich sind da Löcher in den Wänden, wo eben noch Monitore saßen. Es türmen sich Seidenpapier, Lupofolie, Kabel und Kisten. Doch von dem Durcheinander darf man sich beeindrucken lassen, denn weiterhin muss man die fragilen Objekte sicher verpacken und die Verpackung ordentlich beschriften.
Das düstere Novemberwetter passte zum Thema der Matinee im Museum für Kommunikation am 9. November, dem siebzigsten Jahrestag der so genannten Reichsprogromnacht. Die Schauspielerin Katharina Tank las Auszüge aus dem Tagebuch von Ágnes Rózsa, die in den Jahren 1944/ 1945 KZ-Häftling in Auschwitz und Zwangsarbeiterin in Nürnberg war.
In jedem Haus wirkt die Ausstellung "Absolut privat!?" ein wenig anders. Allein die Ausstellungsflächen unterscheiden sich enorm. Wo im Museum für Kommunikation Frankfurt ein langer, durchgehender Schlauch zu bespielen war, kommt man im Museum für Kommunikation Nürnberg durch drei aneinanderhängende Räume. Im Museum für Kommunikation Berlin wird dann zudem der historische Bau in Konkurrenz zur schlichten braunen Filzarchitektur treten.
Im Festsaal des Verkehrsmuseums (wo ja sowohl das Museum für Kommunikation als das DB-Museum untergebracht sind) sitzt unter wunderbaren 50er Jahre-Kronleuchtern nicht nur das Eröffnungspublikum, sondern zudem die drei Kuratorinnen, der ausführende Architekt Daniel Dolder und der später sprechende Gastredner Prof. Hermann Glaser. Der Museumsdirektor Dr. Stefan Kley beginnt mit der Begrüßung.
Als ich um kurz vor 11 Uhr in den Ausstellungsraum trete, steht Mitten im Eingangsbereich ein Tisch. Die Nürnberger Pressereferentin begrüßt mich, vor ihr liegt ein Stapel mit Katalogen und Pressetexten. Noch ist kein Journalist da. Im hinteren Raum treffe ich auf Dr. Christiane Holm und Eva Bös. Die Kuratorinnen sind zumindest alle da - schon einmal ein gutes Zeichen. Jetzt geht es Schlag auf Schlag.
Ankunft in Nürnberg um 13:00 Uhr. Auf der A3 ein dicker Stau. Ewig lang. Grund: ein ausgebrannter LKW. Irgendwann da. Endlich der Blick in die Ausstellungsräume. Alles steht schon. Auch die Technik ist schon installiert. Die Vitrinen warten darauf, eingeräumt zu werden. Wir fangen an alles aufzuschrauben und die Kartons zu verteilen. So wird es die ganze Woche gehen. Die Zeit drängt. Nächste Woche ist Eröffnung...
Nur noch acht Wochen dauert die Ausstellung von "Absolut privat!?" im Frankfurter Museum für Kommunikation. Hinter den Kulissen wird jedoch schon rege geplant, wie der Wechsel in die nächste Station zu regeln ist: So muss der Abbau und Aufbau organisiert werden. Ein Zeitmanagement aufgestellt, alle nötige Mitarbeiter kontaktiert und aufeinander abgestimmt werden. Aktuell macht der ausführende Architekt die Planung für die neuen Räumen. Die Ausstellungsfläche in Nürnberger ist etwas kleiner und ist in drei Abschnitte geteilt, während es in Frankfurt einen eher schlauchförmigen Raum gibt. Die Zahl der Vitrinen und Einbauten bleibt jedoch in jeder Station gleich.




