Montag, 10. November 2008
Eine kleine Ausstellungschronologie
Tine Nowak um 09:48, Kategorie: Presse
Von der Recherche bis zur fertigen Ausstellung
Im März 2007 wurde hier im Tagwerke-Blog begonnen, die Vorbereitung und Umsetzung einer Wechselausstellung im Museum für Kommunikation Frankfurt zu dokumentieren. Zuerst waren Recherche und Konzeption die zentralen Themen, dann Objektrecherche und Formfindung, später Produktion von Texten bis hin zum Ausstellungsaufbau und dem Rahmenprogramm während der Laufzeit. Weiter geht es dann mit der Wanderung der Ausstellung in die zwei weiteren Stationen: Nürnberg und Berlin (ab März 2009).
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Von Goethes sparsamen Notizen in die vorgegebenen Tagesfelder eines Schreibkalenders bis zu Kafkas überbordenden Einträgen in seine Oktavhefte, von Klara Schumanns sorgsam geführten Blumentagebuch bis zu Fritz Solmitz Nachricht aus dem KZ auf Zigarettenpapier: in unseren Einzelpräsentationen stellen wir die Werke prominenter Tagbuchschreiber vor. Nicht weil sie prominent sind, sondern weil jeder von ihnen einzigartig mit dem Medium Tagebuch umgegangen ist.
Tagebuch führen – das kann man im Internet und auf Papier, mit Fotos, auf Postkarten, auf Wandkalendern oder Holzklötzen. Man schreibt mit der Hand, der Schreibmaschine, der Blogsoftware oder gar per Handy. Doch trotz aller Unterschiede gibt es Charakteristika die alle Tagebüchern und Weblogs gemein haben, und diesen widmen sich vier Bereiche unserer Ausstellung.
Das Tagebuch eines ermordeten Mädchens wird weltberühmt. Eine Bloggerin entdeckt die versteckten Tagebuchaufzeichnungen ihres Großvaters auf Brennholzscheiten. Die Fälschung eines Mädchentagbuchs sorgt in der psychoanalytischen Gemeinde der zwanziger Jahre für Wirbel. Ein Fotograf versteckt in einer Studiokamera sein heimlich geführtes Tagebuch, während er auf die Genehmigung seiner Ausreise aus der DDR wartet. In sieben Kabinetten verfolgen wir die Geschichte von sieben Tagebüchern und Blogs von ihrer Entstehung bis zu ihrer Veröffentlichung.




