"Solange ich lebe, hoffe ich"

Matinée am 9.11.2008, 11 Uhr

„Ich fühlte schon den Schuss in meinem Rücken, aber ich brauchte diese Augenblicke, um das Tagebuch zu schützen.“ Ágnes Rózsa war ungarische Jüdin, 1944/45 Häftling in Auschwitz-Birkenau und später Zwangsarbeiterin in Nürnberg. Hier hatte sie zu schreiben begonnen und riskierte ihr Leben, um die Aufzeichnungen vor dem Wachpersonal zu verstecken.
Das Tagebuch, ursprünglich für ihren geliebten Ehemann geschrieben, half Rózsa, die Erlebnisse ihrer Haft zu verarbeiten. Am 9.11. veranstaltet das Museum für Kommunikation Nürnberg in Kooperation mit dem testimon Verlag eine Lesung mit der Schauspielerin Katharina Tank.
Diese wird Passagen aus dem bewegenden Buch lesen, das nicht nur für die Autorin selbst, sondern nach dem Krieg auch für ehemalige Leidensgenossinnen zu einer Lebenshilfe wurde. So für ihre damals minderjährige Lagerschwester Magda Watts, die Jahre später Kraft und Hoffnung aus dem Buch der jungen Lehrerin schöpfte, wenn die grausamen Erinnerungen an ihre Haft sie zu überwältigen drohten.

Agnes RozsaDass die Aufzeichnungen auch in Deutschland erschienen sind, ist Monika Wiedemann zu verdanken. Die Übersetzerin hatte sich 2002 in Ihrer ungarischen Heimat auf die Suche nach Spuren der mutigen Tagebuchautorin begeben und 2006 schließlich die deutsche Übersetzung unter dem Titel „So lange ich lebe, hoffe ich“ im testimon Verlag veröffentlicht. Sie wird die Lesung begleiten und aus der Lebensgeschichte der begabten Schreiberin Rózsa, sowie von der mühsamen Spurensuche in Ungarn und Rumänien - die sie unter anderem mit Magda Watts zusammenführte - berichten.

Sonntag, 9.11.2008, 11 Uhr, im Museum für Kommunikation Nürnberg.

1 Kommentar

Cindy meinte am 11. Dezember 2008 um 22:00

Das klingt echt nach einer interessanten Geschichte, die das Buch wieder gibt. Ich finde ja generell diese Bücher, die aus der Zeit der KZ stammen sehr interessant, obwohl es natürlich traurig ist, dass so etwas passieren musste. Aber ich denke, diese Bücher tragen auch ein wenig zur Aufklärung bei und helfen, zu verhindern, dass so etwas noch mal passiert.