Mittwoch, 19. März 2008
Die vier Charakteristika
Eine Einführung in die Ausstellung, 2. Teil
Tagebuch führen – das kann man im Internet und auf Papier, mit Fotos, auf Postkarten, auf Wandkalendern oder Holzklötzen. Man schreibt mit der Hand, der Schreibmaschine, der Blogsoftware oder gar per Handy. Doch trotz aller Unterschiede gibt es Charakteristika die alle Tagebüchern und Weblogs gemein haben, und diesen widmen sich vier Bereiche unserer Ausstellung.1. Tradition
Wenn eines Blog und Tagebuch verbindet, dann ist es der tägliche Rhythmus des Schreibens. Als solche haben sie eine gemeinsame Tradition. Zum Beispiel das täglich geführte Rechenbuch, in dem Einnahmen und Ausgaben bilanziert wurden, den Chronik-Kalender und natürlich das Logbuch, das Namenspate für das Weblog stand.
2. Typus
Jedes Tagebuch ist ein Begleiter – aber ist es ein Partner fürs Leben oder nur ein Lebensabschnittsgefährte? Temporäres Tagebuch oder Lebenswerk? Viele Tagbücher und Blogs haben einen konkreten Anlass – Reisetagebücher, Pubertätstagebücher, Tagebücher die eine Krankheit dokumentieren oder Kriegstagebücher. Andere Diaristen schreiben jeden Tag – egal ob es etwas Aufregendes zu berichten gibt oder nicht. So wie Max D. (1883 – 1961), der sein Tagebuch 42 Jahre lang in Tischkalendern führte. Oder der Besitzer des Photoblogs 09h09, der jeden Tag um genau neun Uhr neun ein Foto mit seiner Handykamera schießt und es in seinen Blog stellt.
3. Machart
Man könnte denken, dass die Machart von Tagebüchern und Blogs unterschiedlicher nicht sein könnte – doch bei genauerem Hinsehen zeigen sich die Gemeinsamkeiten. Ob eingeklebte Fotos und ausgeschnittene Zeitungsartikel im Tagebuch oder Bilder und Videos im Blog: Tagebücher werden oft mit Einlagen verziert. Genauso müssen papierene und digitale Tagebücher sich in Vorlagen einfügen- ob es begrenzter Platz pro Tag in einem Schreibkalender oder die Designvorlage eines Bloganbieter. 4. Experimente
Schließlich sind Tagbuch und Blog auch Versuchsfeld für Experimente, z.B. alternative Selbstentwürfe – wie die Offenbacher Kunststudentin, die einmal die Woche als Elsa Seefahrt in ihrem Video-Blog auftritt. Ein anderes Experiment ist das Wiederlesen und Kommentieren eigener oder fremder Tagebücher wie im Blog Tage und Jahre.
Vier - wie die vier Wochen eines Monats.
Wenn eines Blog und Tagebuch verbindet, dann ist es der tägliche Rhythmus des Schreibens. Als solche haben sie eine gemeinsame Tradition. Zum Beispiel das täglich geführte Rechenbuch, in dem Einnahmen und Ausgaben bilanziert wurden, den Chronik-Kalender und natürlich das Logbuch, das Namenspate für das Weblog stand.
2. Typus
Jedes Tagebuch ist ein Begleiter – aber ist es ein Partner fürs Leben oder nur ein Lebensabschnittsgefährte? Temporäres Tagebuch oder Lebenswerk? Viele Tagbücher und Blogs haben einen konkreten Anlass – Reisetagebücher, Pubertätstagebücher, Tagebücher die eine Krankheit dokumentieren oder Kriegstagebücher. Andere Diaristen schreiben jeden Tag – egal ob es etwas Aufregendes zu berichten gibt oder nicht. So wie Max D. (1883 – 1961), der sein Tagebuch 42 Jahre lang in Tischkalendern führte. Oder der Besitzer des Photoblogs 09h09, der jeden Tag um genau neun Uhr neun ein Foto mit seiner Handykamera schießt und es in seinen Blog stellt.

3. Machart
Man könnte denken, dass die Machart von Tagebüchern und Blogs unterschiedlicher nicht sein könnte – doch bei genauerem Hinsehen zeigen sich die Gemeinsamkeiten. Ob eingeklebte Fotos und ausgeschnittene Zeitungsartikel im Tagebuch oder Bilder und Videos im Blog: Tagebücher werden oft mit Einlagen verziert. Genauso müssen papierene und digitale Tagebücher sich in Vorlagen einfügen- ob es begrenzter Platz pro Tag in einem Schreibkalender oder die Designvorlage eines Bloganbieter. 4. Experimente
Schließlich sind Tagbuch und Blog auch Versuchsfeld für Experimente, z.B. alternative Selbstentwürfe – wie die Offenbacher Kunststudentin, die einmal die Woche als Elsa Seefahrt in ihrem Video-Blog auftritt. Ein anderes Experiment ist das Wiederlesen und Kommentieren eigener oder fremder Tagebücher wie im Blog Tage und Jahre.
Vier - wie die vier Wochen eines Monats.







1 Kommentar
Tagebuchteil gut, Blogteil zu dünn
habe die Ausstellung gestern gesehen (und heute in meinem Blog ausführlich kommentiert).
Der (auch quantitativ weit überragende) Teil über Tagebücher hat mir gut gefallen. Vom Weblog-Teil hatte ich für mich von vornherein keine großen Informationen erwartet; aber gerade dem nicht so informierten Teil der Öffentlichkeit gibt m. E. die Verzahnung von Tagebüchern und Weblogs eine verengte und grob schiefe Vorstellung davon, was Blogs sind und sein können.
Mit freundlichen Grüßen
CANABBAIA