Dienstag, 27. November 2007
Silversurfer
Bloggen im Alter
Meine Mutter weiß mit Weblogs nichts anzufangen, sie hat noch nicht einmal Zugang ins Internet, aber meine Mutter ist nicht represenativ. Dann liest man von über 90jährigen Blogger/innen und denkt sich, die sind doch genausowenig representativ. Doch wieso komme ich auf das Thema? In der taz gab es einen Artikel über die 95-jährige María Amelia López, die erst vor knapp einen Jahr mit Bloggen angefangen hat und in Spanien damit viel Aufmerksamkeit erregt hat. Gerade dann, wenn man immer weniger mobil wird, kann das Internet und die Kommunikation im Blog ungemein nützlich werden.
Das hat nicht nur María Amelia López erkannt, die ihr Blog von Ihrem Enkel geschenkt bekam, sondern auch andere "Alte" bloggen recht vergnügt vor sich hin. Dabei ist María Amelia López in guter Gesellschaft, auch wenn die wenigsten ihrem Alter nahekommen. Die über 60-jährigen entdecken das Internet immer mehr für sich, das haben auch dieses Jahr die ARD und das ZDF in ihrer Onlinestudie festgestellt: " Mit 5,1 Millionen Über-60-Jährigen sind erstmals mehr "Silver Surfer" im Netz als 14- bis 19-Jährige (4,9 Millionen) . " Als vermeindlich älteste Bloggerin gilt die 108 Jahre alte Australierin Olive Riley , obwohl ich persönlich behaupten würde, dies ist eher ein Blog über als von Olive Riley. Ziemlich viel Medienaufmerksamkeit hat Peter Oakley als geriatric1927 auf YouTube erlangt, nachdem er regelmäßig Videos einstellte, in denen er "von früher" erzählte. In Schweden gibt es eine schöne Seite von Allan Lööf und in Deutschland wäre Joachim Walther mit seinem Oldblog zu nennen. Weitere Blogs hat Thomas Gigold in einem Artikel über Silver Blogger bei den Blogpiloten aufgelistet.
Da ich das Thema total spannend finde, habe ich im Rahmenprogramm unserer Ausstellung eine Praxis-Seminar-Reihe entwickelt, die sich an Leute ab 55 aufwärts richtet. Hier schaut man sich verschiedene Formate an, mit denen man autobiografisch im Netz arbeiten kann, das geht von Blogs, Online-Bilderalben bis hin zu Video- und Audiobeiträgen. Schön ist, dass das gleich praktisch umgesetzt werden kann, denn je einfacher die Umsetzung, umso höher die Chance, dass das dann daheim auch alleine genutzt wird.
Da ich das Thema total spannend finde, habe ich im Rahmenprogramm unserer Ausstellung eine Praxis-Seminar-Reihe entwickelt, die sich an Leute ab 55 aufwärts richtet. Hier schaut man sich verschiedene Formate an, mit denen man autobiografisch im Netz arbeiten kann, das geht von Blogs, Online-Bilderalben bis hin zu Video- und Audiobeiträgen. Schön ist, dass das gleich praktisch umgesetzt werden kann, denn je einfacher die Umsetzung, umso höher die Chance, dass das dann daheim auch alleine genutzt wird.







4 Kommentare
Lobenswertes Unterfangen
Ich finde es allerdings bedauerlich, daß für die
einzelnen (aufeinander aufbauenden?) Seminare
nicht mehr Zeit zur Verfügung steht.
In 90 Minuten läßt sich Wissen und Fertigkeit nicht vermitteln.
Gleich welches Thema behandelt wird. Egal, welchen Alters
die Teilnehmer sind.
Allein die zu beachtenden "Regeln zum Eigenschutz" nehmen
bei mir (ich schule so etwas was schon) locker 2 Stunden in
Anspruch. Aber vom Ansatz her eine sehr gute Idee.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.
der vortrag, der vor den seminaren besucht werden kann, ist als orientierungshilfe gedacht, damit man schon im vorhinein die möglichkeit bekommt, für sich abzuklären, was von den seminaren zu erwarten ist und welche/s, dass richtige für einen ist.
Inwiefern folgeseminare zur weiteren vertiefung anschließen, bzw., hängt auch vom interesse des publikums ab.
Wir habe gerade ganz gute erfahrungen mit handykursen für ältere gemacht und man muss sehen, welche seminarform sich längerfristig aus dem netz-workshops entwickeln wird.
Silversurfer?
http://kurpfalznotizen.de/ich-bin-nicht-im-best-age-und-auch-kein-silversurfer.html
obwohl ich der Haarfarbe alle Ehre mache denke ich.
Aber: Meine Generation und die etwas ältere hat das Internet erfunden, schon mal daran gedacht, es gibt inzwischen tonnenweise Systemadministratoren in Rente, die noch in Lochstreifen-Fortran schrieben und vielleicht auch bloggen oder sonstwie das Netz wie selbstverständlich nutzen, wenn es denn ginge von der Konsole aus!
Es wird außer mir und Femi bestimmt noch mehr Blogger geben, die zwar ihr Alter nicht negieren, aber absolut nichts bemerkenswertes daran finden zu bloggen. Spontan fallen mir mehr als 10 ein, wenn ich denn über Alter wirklcih reden wollte.
Ich kenne genügend 19-jährige, die nicht wissen, was ein Blog ist. Es ist heutzutage nichts besonderes mehr über 55 zu sein, so wenig wie es etwas besonderes ist sich im Netz zu bewegen.
Nur so als Randnotiz, falls Herr Hopp auftauchen sollte, der ist Rentner und hat mal die SAP auf die Beine gestellt ;-))
Die Rechnung IT/Netz == jung ist durchaus überarbeitbar!!! lol
Aber die, die das Internet sowieso schon selbstverständlich nutzen - egal welchen Alters - sind ja nicht unbedingt Zielgruppe unserer Workshops. Es geht um Anfänger und Einsteiger, es geht um das Heruntersetzen von Barrieren, sich an neue "Dienste" des Internets zu wagen. Und daher gibt es nicht nur die Workshops für Ältere, sondern im Rahmenprogramm gibt es ebenso Workshop-Angebote für andere Altersgruppen.
Ich muss allerdings gestehen, dass mir die so genannten "Silversurfer" besonders am Herzen liegen, denn auch wenn es Ihre Generation war, die das Internet mit erfunden hat, die Mehrheit der 55 - ...-jährigen waren keine Programmierer und IT-Techniker. Der Einstieg fällt schwerer, als dem 19-jährigen, der vielleicht keine Ahnung von Blogs hat, aber mit großer Selbstverständlichkeit ein Studi-VZ/ Myspace-Profil besitzt.