Vorbei, Vorbei

Über drei Jahre Tagwerke

Vor über drei Jahren startete das Ausstellungsblog "Tagwerke". Im Blog wurde das Entstehen einer Ausstellung begleitet, dann die Ausstellung selbst an ihren drei Stationen in Frankfurt/M., Nürnberg und Berlin. Die Ausstellung ist vorbei, das Blog bleibt bestehen, auch wenn keine neuen Beiträge mehr erscheinen werden: als Dokumentation, als Nachschlagwerk, als Tagebuch, als Lektüre.
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Boris, Sandy, Ashton & Co.

Nachtrag zur Podiumsdiskussion „Lebe lieber digital. Was bleibt im Netz privat“

Podiumsdiskussion-4

Am Dienstagabend trafen sich Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit , Prof. Dr. Uwe Hasebrink, Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung an der Universität Hamburg, Jost Schwaner, Chief Operating Officer der Internetpartnerbörse Parship GmbH und Stefan Niggemeier, Journalist und Gründer, Betreiber und Autor des medienkritischen Watchblogs BILDblog, um darüber zu diskutieren wer oder was die private Person im digitalen Zeitalter ist.
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"Alle missbilligen meine Offenheit beim Schreiben."

Über das Private in der arabischen Literatur

Die strikte Trennung in private und öffentliche Räume, die im Westen zum Bild der islamischen Welt gehört, hat sich auch auf die Entwicklung der modernen arabischen Literatur ausgewirkt. So äußerte sich der andere Umgang mit dem Privaten in Debatten über die Zulässigkeit autobiographischer Texte, die lange Zeit als literarisch minderwertige Selbstentblößung diskreditiert wurden. Dessen ungeachtet hat es seit der Blütezeit der klassischen arabischen Literatur tagebuchartige Texte gegeben, die heute zum Kanon zählen.
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Lebe lieber digital. Was bleibt im Netz privat?

Einladung zur Podiumsdiskussion am 07. Juli 2009 um 19 Uhr

Zeichnung_rechteckig1Ob auf der Suche nach unserem Traumpartner, im Chat auf SchülerVZ oder bei der Online-Schnäppchenjagd – wer sich im Internet bewegt, hinterlässt unweigerlich Spuren. Wo man früher noch sein Tagebuch mit einem Schloss gesichert hat, werden heute intime Gedanken oder Schnappschüsse vom letzten Skiurlaub für jedermann zugänglich als Blog veröffentlicht. Und nicht nur unsere Nachbarn sondern auch Vorgesetzte oder Personalchefs können mit wenigen Tastenklicks unseren Namen „googeln“.
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Privatheit im Internet

Workshop für Jugendliche

Mit der realen Welt ist die Öffentlichkeit im Netz nicht mehr vergleichbar. Millionen Augen beobachten es Tag und Nacht. Doch viele Menschen plaudern im Chat sehr persönlich mit Unbekannten, knüpfen soziale Netzwerke über MySpace oder SchülerVZ, googeln bisher Verborgenes über ihre Nachbarn oder Lehrer.
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Good-Bye and Hello

„Kommt gut nach Hause“ möchte man James Cook, Wilhelm von Humboldt und Clara Schumann zu rufen. Seit März waren sie zu Gast im Museum für Kommunikation Berlin waren. Vielmehr: Ihre Tagebücher.
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Zitat der Woche

August von Platen

Ich machte diesen Morgen eine sehr unangenehme Bemerkung. Ich war nämlich im Quartiere Schönbrunns, um ihn zu besuchen, weil er noch zu Bette liegt, wegen seiner Verwundung. Sein Gespräch zeigte mir zu klar, daß er etwas gelesen hat im vorigen Hefte dieser Blätter.
Er wollte […] durchaus nicht bekennen, daß mein Tagebuch in seine Hände gefallen wäre. Doch ich weiß, daß er ein Lügner ist, und er sagte mir einen Umstand, welchen niemand weiß, als ich. Seine Unbescheidenheit beleidigte mich in der That. Besonders erzählte er mir den Inhalt der ersten Seiten meines vorigen Buchs, und ich bin gewiß, daß er sie ganz gelesen hat. Leider enthalten sie etwas von B., und ich würde in der That zu beklagen sein, wenn er diese Zeilen gefunden und einigermaßen verstanden hätte. Er würde es nicht bei sich behalten, jedermann würde es erfahren. Deswegen schreibe ich nun immer englisch. Obgleich mein englischer Stil sehr schlecht ist, so ziehe ich ihn doch der Ehre vor, durch andere gelesen zu werden. Nichts könnte mich mehr verstimmt machen, als wenn meine Neigung zu B. laut würde. Die Eigenschaften meines Herzens gehören nur mir zu. […]
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Zitat der Woche

Alma Mahler-Werfel

[…] Brief von Else. – Beantwortete ihn heute. Sie lechzt nach einem Menschen, dem sie ihr Herz ausschütten könne, denn sie findet, schreiben kann man nicht, was man fühlt – nur sprechen – sagen. Ich pries ihr heute das Tagebuch warm an.
Ich schrieb:
Schau, es kommen die Stürme des Lebens, brausen hinweg über kleine Begebenheiten – und sie sind vergessen, verweht. Und oft gerade diese kleinen Erinnerungen sind so schön.
Und es ist wahr, ich suche immer noch nach kleinen Erinnerungen, um sie hier einzuschreiben und nie zu vergessen. Ich schrieb ihr auch, dass kein Mensch besser zu trösten weiß, wie das Tagebuch. Bin ich einmal recht traurig, setze ich mich her, schreibe und weine zugleich, schreibe so lange an meinem Kummer, bis die Thränen versiegt und ich wieder ganz guter Dinge.
Wie oft war das schon. –
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"Fakten sind tausendmal wichtiger als Worte"

Ivan Pavlovs Schreiben im Labor

Labor-Tagebücher entstehen im praktischen Vollzug, im Labor, beim Experimentieren. Sie halten fest, was noch nicht öffentlich ist und vielleicht auch nie öffentlich werden soll. Anders als Labor-Protokolle geben sie auch Beobachtungen wieder, die nicht ausschließlich von Forschungsereignissen handeln, gehen über den Laborraum hinaus. Sie haben nicht immer ein Datum, erscheinen oft unzusammenhängend und unleserlich, versetzt mit Ausstreichungen und Kritzeleien, beziehen sich aber immer auf autobiographische Erfahrungen eines Autors.
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Zitat der Woche

Jan Seghers

Eine Mail von Alex: „… bitte benutze in deinem Tagebuch doch meinen wirklichen Namen, ob das geht?!“ – Aus der Antwort: „Es ist ein dauernder Balanceakt und kann ja leicht auch indiskret werden, das öffentliche Führen eines Tagebuchs. Und manchmal wache ich schwitzend auf und sehe alle, die ich dort je genannt habe, vor meinem Bett versammelt, die Köpfe und Zeigefinger schüttelnd und mir verbietend, sie je überhaupt wieder zu nennen. Umso entlastender, dass Du so unbefangen damit umgehst - also künftig: Alex.“
[…]
1882 stirbt Garibaldi. Hingerichtet werden 1948 nach dem Todesurteil im Nürnberger Ärzteprozess die drei Kriegsverbrecher Karl Brandt, Viktor Brack und Wolfram Sievers. Am 2.Juni 1967 wird der Student Benno Ohnesorg von dem Polizisten Karl-Heinz Kurras durch einen Schuss in den Hinterkopf getötet. Kurras, zunächst freigesprochen, wird in einem zweiten Prozess zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, das er aber bereits nach einer viermonatigen Haft wieder verlassen darf. 1975 tritt er erneut in den Polizeidienst ein und bezieht ab 1987 Pension.
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